Vor 150 Jahren, am 23. Januar 1876, wurde er geboren, am 1. Oktober 1900 ist er in den Jesuitenorden eingetreten: Rupert Mayer. Dem NS-Regime war der hochdekorierte Weltkrieg-I-Veteran von Anfang an suspekt, aber es umwarb ihn auch: Christentum und Nationalsozialismus wann für den »Apostel Münchens« unvereinbar. Weil er im KZ gestorben wäre, sperrten ihn die Nazis weg – »Konfinierung« im Kloster Ettal. Dort fühlte sich der wortgewaltige Prediger (von August 1940 bis Mai 1945) lebendig begraben. Am 11. Mai kehrte er in die bayerische Landeshauptstadt zurück: «Er war wieder«, wie sein Biograph Roman Bleistein SJ schreibt, »der stadtbekannte Helfer in allen Nöten.«

Rupert Mayer starb am 1. November 1945 nach einem Schlaganfall während der Messe in der Kreuzkapelle von St. Michael im Krankenhaus Josephinum. Bei seiner Seligsprechung am 3. Mai 1987 war ich als Novize dabei.

Wie würde er auf heutige Totalitarismus reagieren, auf die Vereinnahmung Gottes durch politische Parteien, auf rhetorische Verrohung im Parlament? Er hat seinerzeit widersprochen. Klar und deutlich. So wie heute eine Bischöfin Mariann Edgar Budde (Washington).

Artikel in Christ in der Gegenwart, Nr. 3 vom 19.01.2026, S. 3-4.