Am 15. April 2026 vollendet Kardinal Fernando Filoni, seit 2019 Kardinal-Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, sein 80. Lebensjahr. Damit scheidet er aus dem Kreis der Papstwähler aus. Konklaveberechtigt sind an diesem Stichtag exakt 120 Kardinäle. (Beim Konklave im Mai 2025 waren es 135, von denen 133 teilnahmen, 108 von ihnen zum ersten Mal.)
Stichtag 18. Juli: 117
Drei weitere Purprurträger werden in diesem Jahr ebenfalls 80: Juan José Omella Omella, Erzbischof von Barcelona (21. April); Francesco Montenegro, emeritierter Erzbischof von Agrigent (22. Mai); und Kurienkardinal Michael Cernzy, ein Jesuit (18. Juli). Kardinäle bleiben sie bis an ihr Lebensende, aber das Recht, an einer Papstwahl teilzunehmen, erlischt mit dem 80. Geburtstag. Da Papst Leo XIV. im Juni Spanien besucht und nach Barcelona kommen wird, ist es unwahrscheinlich, dass er vorher den Erzbischof ablöst, obwohl er dann »überfällig« ist.
Stirbt inzwischen kein Kardinal unter 80, beträgt die Zahl der Papstwähler ab 18. Juli 2026 genau 117. Das ist die niedrigste Anzahl seit langem.
Unklar ist nach wie vor der Status von Giovanni Angelo Becciu, der Ort am 2. Juni 2028 sein 80. Lebensjahr vollendet, der aber im Mai 2025 nicht am Konklave teilnahm, weil ihn Papst Franziskus abgesetzt hatte. Er verzichtete freiwillig auf sein Papstwahlrecht, wie es hieß. Papst Leo XIV. hat ihn Ende Mai 2025 in Privataudienz empfangen. Im März 2026 hat das vatikanische Berufungsgericht eine teilweise Wiederaufnahme des Verfahrens in dem Aufsehen erregenden Fall rund um die Londoner Immobilienfinanzierung angeordnet. Teile des ursprünglichen Verfahrens seien aufgrund von Verfahrensfehlern ungültig.
Wann werden neue Kardinäle kreiert?
Im Kalenderjahr 2027 werden 13 Kardinäle 80 Jahre alt, beginnend mit Thomas Collins, dem emeritierte Erzbischof von Toronto (16. Januar, endend mit Gerhard Ludwig Müller (31. Dezember).
Es liegt nahe, dass Papst Leo XIV. noch 2026 neue Kardinäle kreieren wird. Wann und wen, das liegt ganz bei ihm.
Einige traditionelle »Anwärter« können hoffen, dass er zur langjährigen Tradition zurückkehrt und wichtige Erzbischofsitze, die bisher unter Franziskus leer ausgingen, wieder mit einem Kardinal versieht (z.B. Venedig, Mailand, Los Angeles, San Francisco, Philadelphia). Auch Wien und Prag dürften früher oder später wieder mit einem neuen Kardinal rechnen. Aber die Entscheidung liegt einzig und allein beim Bischof von Rom. Franziskus überraschte immer wieder mit sehr ungewöhnlichen Ernennungen.