Synodalität, der Containerbegriff, der »alles und nichts« bedeutet? Jetzt hat Kurienkardinal Mario Grech, Sekretär der Bischofssynode, auf dem Katholikentag in Würzburg (am 16. Mai) einen wichtigen Hinweis in Erinnerung gebracht: Synodalität als »Symphonie der Gemeinschaft« bedeutet gemeinschaftliches Hören auf den Heiligen Geist. Deswegen kann sie kein Machtkampf bei einer Abstimmung: Entscheidung nach dem Mehrheitsprinzip. Damit setzte Grech ein unmißverständliches Signal gegen nationale Alleingänge.

»Symphonie der Gemeinschaft« bedeute nicht die rechnerische Summe von Meinungen, sondern Harmonie und Symphonie: »Der tiefste Sinn der Beratung liegt gerade darin, dem Geist zu erlauben, innerhalb gegenseitiger Beziehungen zu wirken.«

Synodalität ist nicht nur eine blumige Metapher. Synodalität als Haltung (nicht als Strategie oder Taktik) ist nur, wenn und wo Harmonie gelingt, unabhängig davon, dass es verschiedene Rollen gibt. Harmonie: Es braucht einen Komponisten. Es braucht ein Orchester, das Musik zur Aufführung bringt. Ein Orchester ohne Dirigent endet im Chaos. Musiker, die nicht aufeinander hören und eingehen, verderben eine Aufführung.

Der weltweite synodale Prozess wurde von Papst Franziskus (2013–2025) wenige Wochen vor seinem Tod in die Verlängerung bis 2028 geschickt. Papst Leo XIV. hat sich von Anfang an hinter diese Vision seines Vorgängers gestellt. Die Reise geht weiter. Die Suche nach Klärungen auch. Wieder einmal: Synodale Prozesse dauern.