Da fällt einem in Wien nur noch Friedrich Torbergs Tante Jolesch ein: »Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.« So viel zu den neuesten Einlassungen des US-Präsidenten und seines Vize. What’s next?
Dass Donald Trump den neuen Papst nicht mag, hat er schon des Öfteren kundgetan: »Ich bin kein Fan von Papst Leo.« Dem ersten US-amerikanischen Pontifex warf er vor, »seinen Job nicht gut zu machen«. Ganz egal, ob solche Bemerkungen in einer Talk-Show fallen oder auf dem Weg zum Golfplatz in der Air Force 1: Leo XIV. wird es verkraften. Trump überbietet sich beinahe täglich mit Behauptungen, die durch ständige Wiederholung nicht zu Tatsachen werden. Aber sie erzeugen Stimmung. Wann hätte Leo je gesagt, »es sei in Ordnung, dass der Iran eine Atombombe haben kann«? Gesagt hat er, dass es ein Völkerrecht gibt. Dass Unschuldige sterben.
Dass ein Vizepräsident seinem Chef sekundiert, verwundert nicht. Aber Trumps Dummheit wird durch die anmaßende Arroganz von James David Vance sogar noch getoppt. Nichts gegen Konvertiten. Aber wer gerade einmal sieben Jahre Katholik ist, sollte sich nicht auf pseudotheologische Nachhilfe verlegen: »Wenn der Papst sagt, Gott stehe nie auf der Seite derer, die das Schwert führen, dann gibt es eine mehr als tausendjährige Tradition der Lehre vom gerechten Krieg«. Vance empfahl Leo, »vorsichtig« zu sein, »wenn er über Fragen der Theologie spricht«. Aha!
US-Außenminister Marco Rubio, Katholik mit kubanischem Migrationshintergrund, wird am 7. Mai im Vatikan vorstellig. Ob er nachlegt oder besänftigt? »Der Papst gefährdet sehr viele Katholiken«: Rubio kann Trump nachbeten oder sich für Trumps Attacken fremdschämen.
Apropos, in Erinnerung zu rufen: Robert Francis Prevost besitzt neben der amerikanischen auch die peruanische Staatsbügerschaft – und ist Souverän des Staates Vatikanstadt.