Er war Konzilsberater und hat schon im Vorfeld seit Ende der 1940er-Jahre Möglichkeiten einer Liturgiereform ventiliert – im Auftrag des Vatikans: Josef Andreas Jungmann SJ (1889–1975).  Sein zweibändiges Werk »Missarum sollemnia« (1948), kriegsbedingt nach der Vertreibung der Jesuiten aus Innsbruck und dem »Gauverbot« bei den Schulschwestern in Hainstetten an der Donau entstanden, zeigte die Entwicklung der Messform auf: Nichts war «immer schon so«.

Von 1961 bis 1972 hat Jungmann Aufzeichnungen übers Konzil gemacht. In Gabelsberger Stenografie, die Rudolf Pacik (zuletzt Ordinarius für Liturgiewissenschaft an der Uni Salzburg) bereits für seine Habilitationsschrift erlernen musste, um die Notizen entziffern zu können. Das Brennerarchiv der Universität Innsbruck hat das »Konzilstagsbuch« nun online gestellt. Es enthält brisante Informationen und schreibt eine Geschichte hinter der Geschichte. Hunderte Zugriffe aus aller Welt zeigen: Jungmanns Aufzeichnungen stoßen auf Interesse.

Artikel, veröffentlicht in: Die Furche, Nr. 42, 15.10.2026, S. 9.