Am 14. März, mehr als elf Monate nach seiner Wahl, hat Papst Leo XIV. seinen Wohnsitz gewechselt – und zog von seinem Appartement im Palazzo del Sant’Uffizio (wo das Dikasterium für die Glaubenslehre seinen Sitz hat), wo er schon seit seinem Wechsel als Bischof von Chiclayo, Peru, an die Römische Kurie 2023 wohnte, in den Apostolischen Palast um. Wegen des Leerstands von zwölf Jahren hatte das Papst-Appartement renoviert werden müssen.

Der Vatikan sah sich genötigt, dazu eine kurze Presseerklärung abzugeben. Wer in Rom weilt weiß jetzt: Wenn Licht brennt im dritten Stock, ist der Bischof von Rom zuhause. In der Terza Loggia befinden sich allerdings nur die Arbeitsräume des Pontifex und seine Privatbibliothek. Er selber wohnt, zusammen mit seinen beiden Privatsekretären, dem Peruaner Edgar Ivan Rimaycuna und dem Italiener Marco Billeri, in der Mansardenwohnung darüber. Eine Papst-WG also.

Die Zeitung La Repubblica berichtet, dass bald auch peruanische Ordensschwestern dazukommen sollen, die sich um Haushalt und die Küche kümmern sollen. Wie die Räume –unter anderem soll ein Fitnessraum eingerichtet worden sein – ausschauen, würden viele gern wissen. Wichtig ist allein, dass der Papst sich wohlfühlen, dass er sich zurückziehen und erholen kann. Auf der Dachterasse geht das ebenso wie in Castel Gandolfo südlich von Rom, wohin er offenbar jede Woche eine Auszeit nimmt: Am Montagabend fährt er offenbar für einen Tag dorthin.

Der Papst ist und bleibt ein Mensch, kein Halbgott, auch wenn ihn manche gern mit einer Aura der Unnahbarkeit umgeben. Und jeder Papst pflegt seinen eigenen Stil. Privacy ist wichtig. Dass sich ein Papst fit hält, ist wichtig.

Was mich viel mehr interessiert: Was in der ersten Enzyklika drinsteht, die offenbar im April erscheinen soll.